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Tarifvertrag facility management berlin

Der größte Teil der Tarifpolitik der IG BAU ist zentralisiert. Viele der nationalen Tarifverträge wurden von der Bundesregierung für allgemeinverbindlich erklärt und gelten daher für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer in bestimmten Branchen wie z.B. baulich und baureinigend. Da es in Deutschland bis vor kurzem keinen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gab, setzte sich die IG BAU ab 1990 für die Einführung sektoraler gesetzlicher Mindestlöhne auf der Grundlage der niedrigsten Kategorien branchenweiter Tarifverträge ein und war 1996 erfolgreich. Seitdem hat die IG BAU – gemeinsam mit den sektoralen nationalen Arbeitgeberverbänden – durch Tarifverträge, die durch eine Bundesverordnung des Bundesarbeitsministeriums für allgemeinverbindlich erklärt wurden, gesetzliche branchenübergreifende Mindestlöhne für den allgemeinen Bau [1], Abriss, Maler, Gerüste, Dachdecker- und Gebäudereinigung einschließlich Hotelreinigung und Hausmeister geschaffen. Diese Mindestlöhne gelten auch für ausländische Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer vorübergehend nach Deutschland entsenden. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ist eine Gewerkschaft in Deutschland mit 350.000 Mitgliedern (Per Ende 2007). Sie ist die viertgrößte von acht Industrieverbänden des DGB. Die IG BAU ist in den Bereichen Bauwesen, Baustoffe, Gebäudereinigung, Anlagenmanagement, Gartenbau, Forstwirtschaft und Landwirtschaft tätig.

Seit 2013 ist Robert Feiger Präsident der IG BAU. 2013 sicherte sich die IG BAU eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent für zwölf Monate. [2] 2016 verhandelte sie mit den Arbeitgebern über eine Lohnerhöhung für rund 785.000 deutsche Bauarbeiter. Nach der Vereinbarung erhielten die Beschäftigten in den westdeutschen Bundesländern ein Plus von 4,6 Prozent und in den östlichen Bundesländern über einen Zeitraum von 22 Monaten 5,3 Prozent. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 5,9 Prozent für ihre Beschäftigten gefordert. [3] Ähnliche Verhandlungen führten 2018 zu einer Lohnerhöhung von rund 6 Prozent für mehr als 800.000 Bauarbeiter über 26 Monate. [4] Und nichtmedizinische Sanitätskräfte an der Charité sind bei einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des Krankenhauses beschäftigt: der Charité Facility Management oder CFM. Am Montag begannen fast 400 CFM-Beschäftigte einen fünftägigen Streik. Sie wollen nach dem gleichen Tarifvertrag bezahlt werden wie alle anderen Charité-Beschäftigten. Auf nationaler Ebene setzt sich die IG BAU gegen das geplante Renteneintrittsalter von 67 Jahren (statt 65) ein. Die IG BAU ist auch auf europäischer Ebene sehr aktiv und drängt auf eine allgemeine Reform der allgemeinen Verträge der Europäischen Union mit dem Ziel, die Rechte der Arbeitnehmer auf europäischer Ebene zu garantieren.